Zweites Interview mit Matthia Glotz

17.12.2020

Die Corona-Krise hat viele Pläne zerstört und selbstverständlich auch den Start des neuen Marketingchefs bei der Stadtverwaltung Bad Hersfeld, Matthias Glotz, bis hin zum 2. Lockdown erheblich erschwert und gestört. Lesen Sie das folgende Interview mit ihm dazu.


Wie haben Sie die Absage des Weihnachtsmakts wahrgenommnen?

Es war schon recht frühzeitig im Juli / August erkennbar, dass es keinen herkömmlichen Weihnachstmarkt geben würde. Es war klar, dass es das Virus weiterhin geben würde und das die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden müssen. Auch im Sommer bestand schon vereinfacht gesagt die "250er"-Regel für Veranstaltungen.

 

Die Alternativplanung klang aber durchaus vielversprechend ...

Ja, da hat das ganze Team und die Partner in der Stadt mitgezogen und viele Ideen unter den zuvor genannten Bedingungen entwickelt. Zu einem wollten wir den Markt räumlich entzerren, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Zu anderen sollten die ortsansässige Gastronomie die Chance erhalten, im Winter ihre Freisitze zu bewirtschaften - mit Kontaktnachverfolgung und mit limiterten Plätzen die Abstandsgebote einhalten. Das hatte die Gastronomie ja auch immer Sommer meist sehr sehr gut umgesetzt, ähnlich hätten es dann auch die Glühweinstände machen müssen. Das dritte Element bestand aus vielen kleineneren, über den Winter verteilten Veranstaltungen. Dazu hatten sich viele - von der Kirche über das Buchcafe bis hin zur Jugendherberge - entschlossen, ein breitgefächters Programm unter einem Dach anbieten zu wollen. Dahinter stand der gemeinschaftliche Geist, das Stadtleben gemeinsam aufrecht zuerhalten. Ein toller Gedanke, den man sich für die Zukunft merken sollte. Auch wenn es diesmal nicht geklappt hat. 

 

Der Lockdown hat das dann zunichte gemacht?

Leider ja. Mit der Schließung der Gastronomie und der Kulturveranstaltungen Anfang November waren dann eigentlich die Würfel gefallen, weil ja wesentliche Elemente schlicht nicht mehr haltbar waren. Mitte November dann die Verlängerung des Lockdown.

Das ist wirklich traurig, die Kommunalpolitik hatte Steine aus dem Weg geräumt, die Kollegen in den Fachämtern ebenfalls. Vom Engagement der Beschicker, der Kulturpartner und der Gastronomie ganz zu schweigen - da steckte viel Vorbereitung drin.

 

Kann man denn positive Dinge daraus mitnehmen?

Das sollte man trotzdem und unbedingt. Mit der Weihnachtsbeleuchtung haben wir neue Wege eingeschlagen: das Herausarbeiten der Hochpunkte bei Stadtkriche umd Wendelstein, die Inszenierung von historischen Fassaden wie an der Stiftsruine und dem Rathaus und der Nutzung der Eingangsportale in die Stadt zum Beispiel bei der Zufahrt auf den Marktplatz sollten Zeichen setzen. Das Feedback sagt uns "bitte weiter so". Der zuvor genannte Spirit der Kulturpartner möchte ich auch nicht missen in 2021. Und letzlich sich über alternative Standorte für Standpplätze Gedanken zu machen schadet sichelich nicht.

 

Trauen Sie sich einen Blick auf 2021 in Bezug auf Veranstaltungen zu?

Unter dem Aspekt der vorangegangenen Frage - ja. Mit Blick auf Corona - eher nein. Wir dürfen uns nichts vormachen, Corona wird weiter ein Thema bleiben. Und: eine Prognose zu machen, welche Regeln beispielsweise am 3.3.2021 oder am 17.5.2021 gelten werden ist schlicht nicht möglich. Gleichwohl werden wir noch vor Weihnachten über dem Jahresveranstaltungskalender sitzen und den auch planen. Wir denken, dass hilft allen Partnern.  

 

Haben Sie einen speziellen Wunsch in Sachen  Weihnachten?

Unbedingt. Halten Sie als Kunden ihren Geschäften und Gastronomien die Treue und zeigen Sie das auch. Das sind hiesige Arbeits- und Ausbildungsplätze, die wollen doch alle behalten: Jeder Bürger kann Wirtschaftsförderer sein: Also Essen to go beim Restaurant abholen, Weihnachtseinkäufe überwiegend vor Ort erledigen oder den Hersfeld-Gutschein ordern - Mitmachen ist wirklich leicht, tut nicht weh und hilft allen!